Häufig gestellte Fragen



Fragen zum Projekt


Was ist der Hintergrund des Projektes?

Der demografische Wandel stellt die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten vor neue Herausforderungen: Immer mehr älteren Menschen stehen immer weniger niedergelassene Ärzte gegenüber. In Niedersachsen, insbesondere im Landkreis Wolfenbüttel, ist dieser Ärztemangel besonders stark zu spüren.

Wolfenbüttel beteiligte sich als einer von insgesamt drei Modelllandkreisen in Niedersachsen an der Initiative „Zukunftsregion Gesundheit“ (2011 bis 2013) des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Gegenwärtig wird diese Initiative auf ganz Niedersachsen unter der Bezeichnung "Gesundheitsregionen Niedersachsen" ausgedehnt.

Das Ziel des Landesprojekts „Zukunftsregion Gesundheit“ war es, in interdisziplinären Arbeitsgruppen innovative und bedarfsorientierte Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung auf dem Land zu erarbeiten. Die Koordination der „Rollenden Arztpraxis“ lag in den Händen der Arbeitsgruppe Mobilität und Infrastruktur.


Wie lange läuft das Projekt?

Das Modellprojekt „Rollenden Arztpraxis“ wird seit Ende 2011 vorbereitet. Die Umsetzungsphase der Rollenden Arztpraxis startet ab 01.07.2013 und läuft bis Ende 2014. Während dieser Zeit wird der Einsatz sowie die Wirksamkeit der Rollenden Arztpraxis wissenschaftlich begleitet.  


Welche Ziele werden verfolgt?

  • Sicherstellung einer bedarfsgerechten medizinischen Versorgung der Bevölkerung auf dem Land und damit einhergehend eine Stärkung der Lebensqualität
  • Verbesserung der Behandlung chronisch kranker, älterer und wenig mobiler Patienten
  • Entlastung der Hausärzte von zeitintensiven Haus- und Heimbesuchen


Wie wird das Modellprojekt umgesetzt?

Die „Rollenden Arztpraxis“ ist ein umgebauter VW Crafter, der wie eine Hausarztpraxis ausgestattet ist. In dem Kleinbus können Leistungen der medizinischen Grundversorgung wie z.B. kleine Laboruntersuchungen, Verbandswechsel und Blutdruckmessungen durchgeführt werden.

Die Rollende Arztpraxis fährt jede Woche zu festen Zeiten zentrale Plätze in Gemeinden an, in denen oder in deren unmittelbarer Umgebung kein Hausarzt niedergelassen ist. Die Patienten können dann in dem Fahrzeug von einem freiberuflich tätigen Arzt medizinisch versorgt und mit notwendigen Arznei- und Heilmittelverordnungen ausgestattet werden. Für die wartenden Patienten werden von den Gemeinden angemessene Warteräumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Ferner unterstützt die „Rollende Arztpraxis“ auch die niedergelassenen Hausärzte. Im Rahmen von wöchentlich 15 Stunden können Hausbesuche der Kollegen übernommen werden. Der dazu notwendige Datenaustausch zwischen Hausarzt und mobilem Arzt wird durch die technische Ausstattung des Fahrzeugs gewährleitet. Ziel dieser Idee ist es, in den Hausarztpraxen Zeitkapazitäten für die mobilen Patienten zu schaffen. 


Was leistet das Modellprojekt?
    

  • Erprobung der Rollenden Arztpraxis als eine neue medizinische Versorgungsform im ländlichen Raum
  • Vernetzung unterschiedlicher Akteure und Akteurinnen aus den verschiedenen Bereichen
  • Entwicklung eines übertragbaren und repräsentativen Konzeptes zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum


Mit wem wird das Projekt umgesetzt?

Das Projekt „Rollende Arztpraxis“ ist ein Erfolgsbeispiel für die Kooperation zwischen verschieden Sektoren aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung.  Dieser Kooperation liegt die gemeinsame Vision einer zielorientierten Gesundheitsversorgung im ländlichem Raum zugrunde. Partner sind:

  • AOK Niedersachsen
  • Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum (BITZ) GmbH
  • Deutsche BKK
  • Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
  • Landkreis Wolfenbüttel
  • Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik Technische Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover
  • Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
  • Volkswagen Nutzfahrzeuge
  • Allianz für die Region GmbH


Fragen für Patienten


Dürfen sowohl Kassen- als auch Privatpatienten die Rollende Arztpraxis (RA) in Anspruch nehmen?

Dieser Service wendet sich ausschließlich an Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen. Dazu gehören: AOK, IKK classic, BKK Landesverband Mitte, Landwirtschaftliche Krankenkasse (SVLFG), Knappschaft, Barmer GEK.


Ist eine Anerkennung der Leistungen durch meine Krankenkasse gewährleistet?

Nur, wenn Ihre Krankenkasse an de Projekt teilnimmt.


Macht die Rollende Arztpraxis auch Hausbesuche?

Ja. Hausärzte können die RA für Hausbesuche anfordern – nicht jedoch der Patient.


Kann ich die Rollende Arztpraxis auch im Notfall anrufen?

Nein. Im Notfall wenden Sie sich bitte an den Rettungsdienst.


Mit welchen Beschwerden kann ich zur Rollenden Arztpraxis?

Mit allen Beschwerden, mit denen Sie auch sonst zum Hausarzt gehen.


Woher weiß ich, wann die Rollende Arztpraxis bei mir im Ort ist?

Den Fahrplan der RA erhalten Sie bei Ihrer Gemeinde oder hier.


Arbeitet die Rollende Arztpraxis mit meinem Hausarzt zusammen?

Ja. Die RA ist über medizintechnische Geräte mit Ihrem Hausarzt verbunden.


Kann ich mein Rezept bei der Rollenden Arztpraxis abgeben?

Ja. Diese leitet das Rezept bei Bedarf an Ihre Hausapotheke weiter.